BERG 2027 – Berge lesen. Berge sehen. Berge denken.
 
Letzte Woche gingen sie an die Druckerei: Die Daten hinter der 151. Ausgabe des Jahrbuchs des Deutschen Alpenvereins, Österreichischen Alpenvereins und Alpenvereins Südtirol. Am 19. September kommen sie an den Tyrolia-Verlag zurück: als 256 echte Papierseiten zwischen zwei Buchdeckeln.
 
Thematisches Zentrum ist das Sammeln: Die eine sammelt Achttausender, der andere Wandernadeln, die halbe Welt sammelt Höhenmeter auf Strava und ganz Eigenwillige sammeln Eiswände, die es bald nicht mehr geben wird. Was treibt uns eigentlich an, wenn wir in den Bergen sammeln? Und was erfahren wir dabei über uns?
Außerdem reist das Jahrbuch in die Sarntaler Alpen, jene stille Bergwelt im Herzen Südtirols, die sich dem großen Tourismus bisher entzogen hat.
 
Dazu versammelt es Porträts von Bergmenschen, Reportagen aus den Bergen der Welt, streitbare Essays sowie Kultur-, Wissenschafts- und Debattenbeiträge – jeweils weit bis sehr weit über der Zeichengrenze eines Social-Media-Posts.
 
Hinter mir liegt damit ein Jahr Arbeit an der Geschichte dieses seltsamen und gar nicht mal so kleinen Mikrokosmos’ „Alpinismus“. Und damit ein Jahr des Austauschs mit Menschen, die diese Welt auf denkbar unähnliche Weise bewohnen. Eine so lehrreiche wie heitere Zusammenarbeit voller Ideen und Inspiration, voll Diskussion und Reibung, stets auf der Suche nach der richtigen Formulierung und dem fehlenden Komma.
Ich denke, ich darf für alle sprechen: Wir freuen uns, euch im September diese Arbeit präsentieren zu können. Sie ist Teil jener vielleicht beharrlichsten aller vorgestellten Sammlungen: jener vielen gebundenen Papierseiten seit 1865. An manchen Orten (etwa dem Alpinen Museum München) stehen sie versammelt in großen Regalen. Man kann einen 30 Jahre alten Band herausnehmen und es steht noch immer das Gleiche drin wie damals.
 
Das Jahrbuch ist kein Magazin, das sich Ausgabe für Ausgabe neu erfinden und verkaufen muss. Es ist die hauseigene Zeitschrift dreier Vereine, mit zusammengenommen 2,4 Millionen Mitgliedern. Und vielleicht ist es auch die letzte deutschsprachige alpine Publikation, in der Texte lang sein dürfen, ohne sich dafür entschuldigen zu müssen.

Weitere Beiträge

In Einigkeit

Es war im Sommer 2019, als ich während eines längeren Solo-Trips in die Dolomiten unterhalb des Grödner Jochs geparkt hatte

Weiterlesen